Am 18. Dezember haben die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Rund 175.000 Lübecker wahlberechtigte werden dann über die Fragestellung „Sollen die vorhandenen Winterlinden der Straße An der Untertrave zwischen der Braunstraße/Holstentor und der Drehbrücke erhalten bleiben und die Umgestaltungspläne entsprechend geändert werden?“ abstimmen. Vorher wird es am 1. Dezember eine öffentliche Diskussionsveranstaltung in der Musik- und Kongresshalle (MuK) geben. Auch die Briefwahl wird möglich sein. Die Wahlbenachrichtigungen werden Mitte bis Ende November verschickt. Die Kosten für den Bürgerentscheid betragen ca. 180.000 Euro für die Hansestadt Lübeck. Damit der Entscheid zustande kommt, müssen mindestens 14.000 Lübecker am 18.12. dafür stimmen. Die nächsten Wochen werden beide Lager daher in der Öffentlichkeit noch einmal für ihren Standpunkt und um Wähler werben. Sollte sich die Mehrheit der Lübecker für den Erhalt der Linden aussprechen, könnte die gesamte Umgestaltung scheitern. Bereits zugesagte Fördergelder in Millionenhöhe durch EU, Bund und Land, die für die Umgestaltung notwendig sind, würden dann wohl wegfallen. Kommt das Entscheid nicht durch, werden die Linden gefällt und die Arbeiten würden noch in diesem Jahr beginnen. Um Transparenz zu schaffen, hat die Stadt noch ein zweites Gutachten über den Zustand der Winterlinden an der Untertrave in Auftrag gegeben. Ein erstes Gutachten, das den Bäumen eine eingeschränkte Vitalität und eine niedrige Lebensdauer bescheinigt, wurde durch das Aktionsbündnis „Lübecks Linden leben lassen“ angezweifelt.
Dazu Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe: „Mit der Beauftragung eines weiteren Baumgutachtens durch einen unabhängigen, öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen soll eine zweite Meinung zum Zustand der Bäume eingeholt werden.“
Die Stadt plant im Zuge der Umgestaltung die 48 Winterlinden entlang der Untertrave zu fällen und durch 60 neue Bäume auszutauschen.